Dein Online-Magazin für ein besseres & vitaleres Leben.

Der Glukose-Trick - Die 10 Hacks der Glucose Goddess für stabilen Blutzucker

9. Januar 2026

Im Jahr 2018 startete eine französische Biochemikerin einen Instagram-Account, der die Art, wie Millionen Menschen über Ernährung denken, grundlegend verändern sollte. Jessie Inchauspé, besser bekannt als die "Glucose Goddess", hatte bei einem Selbstexperiment mit einem kontinuierlichen Glukosemessgerät eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Nicht nur was wir essen beeinflusst unseren Blutzucker - sondern auch wie und in welcher Reihenfolge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein stabiler Blutzuckerspiegel reduziert Heißhunger, Energietiefs und langfristige Krankheitsrisiken
  • Die Reihenfolge beim Essen (Gemüse zuerst, dann Protein, zuletzt Kohlenhydrate) kann Blutzuckerspitzen um bis zu 75% senken
  • Apfelessig vor dem Essen kann die Glukosereaktion signifikant abflachen
  • Ein herzhaftes statt süßes Frühstück verhindert die morgendliche Blutzucker-Achterbahn
  • Bewegung nach dem Essen hilft, Glukose schneller in die Muskeln zu transportieren
  • Süßes als Dessert ist besser als Süßes auf nüchternen Magen
  • Alle Zuckerarten wirken biochemisch ähnlich - auch Honig und Ahornsirup

Wer ist die Glucose Goddess?

Jessie Inchauspé studierte Mathematik am King's College in London und Biochemie an der Georgetown University, bevor sie beim Biotech-Unternehmen 23andMe im Silicon Valley arbeitete. Dort nahm sie an einer Studie zur kontinuierlichen Glukosemessung teil und begann, ihren eigenen Blutzucker rund um die Uhr zu tracken. Was sie dabei beobachtete, revolutionierte ihr Verständnis von Ernährung.

Heute erreicht sie mit ihrem Instagram-Account @glucosegoddess über sieben Millionen Menschen weltweit. Ihre Bücher "Der Glukose-Trick" und "Glucose Revolution" wurden in über 40 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.

Warum Blutzuckerspitzen problematisch sind

Wenn wir essen, steigt unser Blutzuckerspiegel an - das ist völlig normal. Problematisch wird es, wenn dieser Anstieg zu steil und zu hoch ausfällt. Solche Spitzen lösen eine starke Insulinausschüttung aus, die den Blutzucker anschließend oft unter das Ausgangsniveau drückt. Die Folge: Heißhunger, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen.

Siehe auch  Proteinqualität - tierisch, pflanzlich und hybride Proteinquellen
Symptom Bei Blutzuckerspitzen Bei stabilem Blutzucker
Energie nach dem Essen Mittagstief, Müdigkeit Gleichmäßige Energie
Hunger Heißhungerattacken Kontrollierter Appetit
Stimmung Schwankungen, Reizbarkeit Ausgeglichenheit
Konzentration Brain Fog Klarer Fokus
Hautbild Unreinheiten, Entzündungen Klarere Haut

Langfristig erhöhen häufige Blutzuckerspitzen das Risiko für Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar bestimmte Krebsarten. Die gute Nachricht: Mit einfachen Tricks lassen sich diese Spitzen deutlich reduzieren - ohne auf Lieblingsspeisen verzichten zu müssen.

Die 10 Glukose-Hacks im Detail

Hack 1: Die richtige Reihenfolge beim Essen

Der wohl bekannteste Hack von Inchauspé: Iss deine Mahlzeit in der Reihenfolge Gemüse, dann Protein und Fett, zuletzt Kohlenhydrate. Studien zeigen, dass diese Abfolge den Blutzuckeranstieg um bis zu 75% reduzieren kann. Die Ballaststoffe aus dem Gemüse bilden eine Art Gel im Darm, das die Aufnahme der nachfolgenden Kohlenhydrate verlangsamt.

Gut zu wissen:
Du musst nicht strikt in Gängen essen. Es reicht, mit ein paar Bissen Salat oder Gemüse zu starten, bevor du zum Rest übergehst. Selbst das kann bereits einen messbaren Unterschied machen.

Hack 2: Grüner Starter vor jeder Mahlzeit

Baue vor jeder Hauptmahlzeit eine kleine Portion Gemüse ein - sei es ein kleiner Salat, ein paar Gurkenscheiben oder gedünsteter Brokkoli. Diese "grüne Vorspeise" bereitet den Darm optimal auf die nachfolgende Mahlzeit vor und dämpft die Blutzuckerreaktion.

Hack 3: Herzhaftes statt süßes Frühstück

Ein Croissant mit Marmelade, Cornflakes oder ein süßer Smoothie - typische Frühstücksoptionen, die den Blutzucker in die Höhe treiben. Das Problem: Auf die morgendliche Spitze folgt ein Absturz, der den ganzen Tag beeinflusst. Ein herzhaftes Frühstück mit Eiern, Avocado, Gemüse oder griechischem Joghurt mit Nüssen hält den Blutzucker stabil und sättigt länger.

Siehe auch  Meal Prep - Grundlagen für stressfreies Vorkochen

Hack 4: Apfelessig vor dem Essen

Ein Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser, etwa 10-20 Minuten vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit getrunken, kann die Blutzuckerreaktion um bis zu 30% reduzieren. Die Essigsäure verlangsamt die Magenentleerung und die Kohlenhydrataufnahme. Wichtig: Immer verdünnt trinken, um den Zahnschmelz zu schonen.

Hack 5: Dessert statt Snack

Wenn du etwas Süßes möchtest, iss es als Dessert nach einer Mahlzeit - nicht als Snack zwischendurch. Nach einer Mahlzeit mit Ballaststoffen, Protein und Fett wird der Zucker langsamer aufgenommen, die Blutzuckerspitze fällt deutlich geringer aus.

Hack 6: Bewegung nach dem Essen

Ein 10-20 minütiger Spaziergang nach dem Essen kann die Blutzuckerspitze um bis zu 30% senken. Die Muskeln nehmen bei Bewegung Glukose aus dem Blut auf - ganz ohne Insulin. Selbst leichte Bewegung wie Aufräumen oder Treppensteigen hilft.

Hack 7: Kohlenhydrate "anziehen"

Kombiniere Kohlenhydrate immer mit Ballaststoffen, Protein oder gesunden Fetten. Ein Stück Brot alleine lässt den Blutzucker stark ansteigen - dasselbe Brot mit Avocado und Ei hat einen viel flacheren Effekt. Inchauspé nennt das "Kohlenhydrate anziehen" - sie sollten nie "nackt" gegessen werden.

Hack 8: Alle Zuckerarten sind gleich

Honig, Ahornsirup, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft - auf molekularer Ebene wirken sie alle ähnlich auf den Blutzucker. Der Glaube, dass "natürliche" Süßungsmittel gesünder seien, ist ein Mythos. Wenn du süßen möchtest, wähle die Variante, die dir am besten schmeckt, aber in Maßen.

Hack 9: Höre auf, Kalorien zu zählen

Inchauspé argumentiert, dass nicht alle Kalorien gleich sind, wenn es um den Blutzucker geht. 100 Kalorien aus einer Cola haben einen völlig anderen Effekt als 100 Kalorien aus Nüssen. Statt Kalorien zu zählen, empfiehlt sie, auf Blutzuckerstabilität zu achten.

Siehe auch  Blutzucker-Stabilität im Alltag ohne medizinischen Fokus

Hack 10: Wenn schon Zucker, dann am Morgen oder Abend

Die Chrononutrition zeigt: Unser Körper verarbeitet Zucker zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich. Am besten ist es, süße Speisen nach einer Hauptmahlzeit zu essen - dann ist die Blutzuckerreaktion am geringsten.

Die kritische Perspektive:
Die Hacks von Inchauspé basieren auf solider Wissenschaft, aber sie sind keine Allheilmittel. Menschen reagieren individuell sehr unterschiedlich auf Lebensmittel - was bei einer Person den Blutzucker stabilisiert, kann bei einer anderen anders wirken. Das "Personalized Nutrition Project" von 2015 zeigte, dass die gleiche Mahlzeit bei verschiedenen Menschen völlig unterschiedliche Blutzuckerreaktionen auslöst. Zudem ist die Wissenschaft zur kontinuierlichen Glukosemessung bei Nicht-Diabetikern noch relativ jung. Übermäßiges Tracking kann auch zu obsessivem Verhalten und Essstörungen führen.

Praktische Umsetzung im Alltag

Du musst nicht alle zehn Hacks gleichzeitig umsetzen. Inchauspé empfiehlt, mit ein oder zwei zu beginnen und zu beobachten, wie sich dein Wohlbefinden verändert. Viele Menschen berichten bereits nach einer Woche von mehr Energie, weniger Heißhunger und besserer Stimmung.

Die Hacks lassen sich gut mit anderen Ansätzen kombinieren, etwa Blutzuckerstabilität im Alltag oder einer ballaststoffreichen Ernährung für eine gesunde Darmflora.

Fazit: Die Glukose-Hacks von Jessie Inchauspé bieten einen pragmatischen Ansatz zur Blutzuckerkontrolle ohne strenge Diäten. Mit einfachen Anpassungen wie der Essensreihenfolge, einem herzhaften Frühstück und Bewegung nach dem Essen lassen sich Energietiefs und Heißhunger reduzieren - bei vollem Genuss.

Quellen

kathi dreimuth

Die Autorin
Kathi ist unsere sportliche Allrounderin mit einem besonderen Faible für gesunde Ernährung und Bewegung. Wenn sie nicht gerade neue Rezepte ausprobiert oder auf dem Volleyballplatz steht, ist sie mit ihrem Labrador in der Natur unterwegs.